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Streifenweise Bodenbearbeitung und Saat: Erste Praxiserfahrungen

Laden Sie sich hier die Präsentation zum Vortrag als pdf-Datei.

Was bedeutet Stripe-Tillage?
Stripe-Tillage vereint Bodenbearbeitungs- und Saatbettbereitungsverfahren in einem Arbeitsgang. Es findet eine streifenweise Bodenbearbeitung, Bodenlockerung mit der Option zur Depotdüngung statt. Die Bearbeitungstiefe reicht bis zu 25 cm in den Boden. Der Einsatzschwerpunkt liegt klar bei Reihenkulturen (Mais, Rübe, u.a.). Bei der Aussaat kommt vor allem Einzelkornsätechnik zum Einsatz.

Was macht Stripe-Tillage so interessant?
Dadurch, dass nur streifenweise gelockert wird, wird das Erosionsrisiko stark vermindert. Das hohe Maß an Bodenbedeckung durch Ernterückstände bleibt nach dem Verfahren größtenteils erhalten. Ein Abtrag von Boden durch Wind- oder Wassererosion ist unwahrscheinlich. Zusätzlich bleibt beim Stripe-Tillage die Gefüge-Stabilität des Bodens erhalten. Weil stark konservierend gearbeitet und der Boden nur Streifenweise gelockert wird, bleibt die Überzahl der natürlichen Bodenfunktionen erhalten. Des Weiteren können gezielt Kali- und Phosphatmängel im Unterboden ausgeglichen werden. Ausfallgetreide wie beispielsweise Raps oder auch Unkräuter wie Ackerfuchsschwanz laufen nur noch vermindert und vorzugsweise in den gelockerten Streifen auf. Zählen zu den Bewirtschaftungsbedingungen leichte Böden, bei denen gerade im A-Horizont verstärkt Verdichtungen auftreten können, kann Stripe-Tillage eine Lockerungsfunktion annehmen.
Neben den verfahrenstechnischen Vorteilen bietet Stripe Tillage immense wirtschaftliche Vorteile. Gerade im Bereich der direkt- und arbeitserledigungskosten freien Leistung bietet Stripe Tillage große Einsparpotenziale. Wenn schon bei Mulchsaatverfahren bis zu 50 %, verglichen mit konventioneller Bewirtschaftungsweise, eingespart werden können, ist der Einsparbereich beim Stripe Tillage noch höher anzusetzen.

Lösungsansätze – Wie kann Stripe Tillage erfolgreich etabliert werden?
Die Umsetzung kann wahlweise durch Grubber mit entsprechender Zinkenanzahl und -abstand erfolgen oder durch Sämaschinen mit aufgesetztem Düngertank. Im ersten Schritt wird i.d.R. gelockert und gedüngt. Danach erfolgt die Aussaat. Diese Bearbeitungsweise wird auch als absätziges Verfahren bezeichnet. Eine weitere Möglichkeit stellt das Dammprofil dar. Durch das Stripe Tillage wird - ähnlich wie im Kartoffelanbau - ein Dammprofil geschaffen. Dieses Profil weist zwar sehr viel kleinere Dimensionen als im Kartoffelanbau auf, trotzdem wird Real Time Kinematic benötigt, wenn es bei der Aussaat darum geht, das Saatgut präzise in die Dammfurche abzulegen. Die Aussaat erfolgt auch in diesem Fall vereinzelnd. Die Vereinzelungstechnik wird bereits von mehreren Herstellern angeboten. Eine Möglichkeit zur Expressvereinzelung bietet derzeit die AMAZONE EDX Baureihe. Mit ihr können Sägeschwindigkeiten von 15 km/h realisiert werden.
Typische Anbaufrüchte im Stripe Tillage sind Mais, Raps und Rüben. Darüber hinaus kann in Zukunft auch über Winterweizen nachgedacht werden. In technischer Hinsicht ist eine weitere Optimierung der Vorwerkzeuge erforderlich. Eine Verbesserung der Spurtreue gerade beim Einsatz an Hanglagen und Lösungsmöglichkeiten für enge, getreidelastige Fruchtfolgen sind wünschenswert. Der Einsatz von Gülle zur Düngung während der Lockerung kann in Erwägung gezogen werden.

Fazit und Ausblick:
In Verbindung mit Expresseinzelkornsätechnik und hoher Flexibilität gegeben durch das absätzige Verfahren, können in Zukunft noch mehr Einsparungen bei gleich bleibenden Erträgen erreicht werden. Die Direkt- und Arbeitserledigungskosten können weiter gesenkt werden. Um Stripe Tillage auch längerfristig lukrativ zu halten, müssen jedoch gerade im Bereich Forschung und Entwicklung noch adaptivere Technologien geschaffen werden. Stripe Tillage gibt auf viele Fragestellungen nachhaltige Antworten, kann aber sicherlich nicht als standortunabhängige Patentlösung angesehen werden. Die Bearbeitungsverfahren müssen nach wie vor stark den Umweltbedingungen angepasst werden, um erfolgreich nachhaltigen Pflanzenbau betreiben zu können.