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Feldtag des AK Weser-Ems in Hasbergen-Gaste

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Dienstag, 27. Mai 2008

Rund 130 Landwirte und Berater aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg kamen am 19. Mai 2008 zu einem Feldtag nach Hasbergen-Gaste. Eingeladen hatten der regionale Arbeitskreis für konservierende Bodenbearbeitung (Weser-Ems) und die Bezirksstelle Osnabrück der Landwirtschaftskammer Niedersachen. Im neuen Active-Center der gastgebenden Amazonenwerke moderierte Heidrun Meißner von der Fachgruppe Pflanzenbau und Pflanzenschutz der Bezirksstelle Osnabrück ein vielseitiges Vortragsprogramm rund um die konservierende Bodenbearbeitung.

 

Vorträge am Vormittag

Über Versuchsergebnisse zur Minimierung der Deoxynivalenolgehalte (DON) in Weizen nach Mais berichtete Prof. Dr. J. Kakau von der Fachhochschule Osnabrück. Die Fragestellung der Versuche lautete: „Welchen Einfluss haben Bearbeitung und Zerkleinerung der Maisstängelreste auf den Fusarien-Ährenbefall des nachfolgend angebauten Weizens? Um Maisstängelreste auf der Bodenoberfläche zu minimieren, wurden die Maisstoppeln nach der Ernte mit einem Schlegelmulcher bearbeitet. Die Ergebnisse der Versuche belegen: Je geringer die Stoppellänge umso schneller können die Ernterückstände im Boden verrotten, denn durch die mikrobiellen Aktivitäten wird den mykotoxinbildenden Fusarienpilzen die Nahrungs- und Vermehrungsgrundlage weitestgehend entzogen. Zusätzliche Effekte lassen sich mit Hilfe einer intensiven Einmischung der Ernterückstände in den Boden erzielen.

Mehrjährige Versuchsergebnisse von verschiedenen Standorten (Groß Berßen, Badbergen, Spelle) mit unterschiedlichen Zerkleinerungsstufen und Einmischungsintensitäten zeigen, dass bei einer Stoppelzerkleinerung auf 1 bis 5 cm sowie rund 80 % Einmischung der Ernterückstände in den Boden die stärkste Reduzierung der DON-Werte im Weizenkorn (86 %) erreicht wird. Nutzt man zudem weniger fusarien-anfällige Sorten sowie gegebenenfalls einen Fungizideinsatz, lässt sich das Risiko in Mais-Getreide-Fruchtfolgen auch bei konservierender Bodenbearbeitung auf ein vertretbares Maß reduzieren.

Auswirkungen der konservierenden Bodenbearbeitung auf die Bodenbiologie waren das Thema von Prof. Dr. H.-C. Fründt (Fachhochschule Osnabrück). Untersuchungen auf verschiedenen Standorten haben u. a. gezeigt, dass sich die Regenwürmer bei konservierender Bodenbearbeitung deutlich vermehren (Verdopplung der Regenwurmbiomasse bei Direktsaat im Vergleich zum Pflug). Ursachen dafür dürften die verringerte Bodenstörung sowie das größere Nahrungsangebot in der Bodenkrume sein. Dabei führt die ungestörte, aktive Einmischung von Ernterückständen in den Boden zum Aufbau und zur Stabilisierung einer Bodenstruktur mit optimalem Porensystem für Dränung und Belüftung.

In einem weiteren Referat verglich Dr. Sven Dutzi von den Amazonen-Werken die Wirtschaftlichkeit der Bodenbearbeitungsverfahren Pflug-, Mulch- und Direktsaat. Hierzu liegen Ergebnisse langjähriger Amazone-Versuche vor, die in Zusammenarbeit mit der FAL Braunschweig und dem DLG Testzentrum Groß Umstadt auf einem Ackerbaubetrieb in Leipzig generiert wurden. Sie zeigen, dass sich bei gleich hohen oder sogar höheren Erträgen die Arbeits- und Kraftstoffkosten mit Hilfe der konservierenden Bodenbewirtschaftungsverfahren deutlich reduzieren lassen. Daraus schlußfolgerte Dr. Dutzi, dass kontinuierlich steigende Kosten für Kraftstoff, aber auch für Pflanzenschutz- und Düngemittel, in naher Zukunft bei vielen Ackerbauern zu einem Umdenken und zur Umstellung der Bodenbearbeitung auf die intensitätsreduzierten Mulch- und Direktsaatverfahren führen dürften.

 

Feldversuche am Nachmittag

Nachmittags stand die Besichtigung eines Bodenbearbeitungsversuchs auf dem Programm. Auf einer seit acht Jahren bewirtschafteten Versuchsfläche stellten Prof. Dr. Rüdiger Anlauf von der FH Osnabrück und Tim Eiler von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen die Auswirkungen verschiedenster Verfahren auf den Boden, Ertragsergebnisse, Werte der Nmin-Untersuchungen und DON-Belastungen vor. Fragen zur neuesten Bodenbearbeitungs-, Sä-, Dünge- und Pflanzenschutztechnik beantworteten anschließend Mitarbeiter von Amazone. Insgesamt belegte die positive Resonanz auf diesen Feldtag erneut das große Interesse praktizierender Landwirte an Veranstaltungen mit überregionalem Informationsaustausch.