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Precision Farming in der Praxis: Feldtage von Amazone und Agri Con

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Donnerstag, 28. Mai 2009

Knapp 400 Besucher zählten die Organisatoren an den sechs Standorten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Höhepunkt jedes Feldtages waren die Technikvorführungen, die das breit gefächerte Spektrum an Precision Farming Lösungen zeigten: Zwei Systeme aus Fendt-Schlepper, Amazone-Düngerstreuer ZA-M ultra bzw. Amazone-Pflanzenschutzspritze UX 4200 sowie YARA N-Sensor demonstrierten live in den Beständen eine variable Stickstoffdüngung beziehungsweise Wachstumsreglergabe. Die Besucher fuhren mit einem Planwagen parallel in der nächsten Fahrgasse. Anhand einer Digitalanzeige am Schlepper verfolgten sie live, wie Sensor und agronomisches Terminal im Sekundentakt regeln.

Kalk-Applikation im GPS-Parcours – Landwirte im Selbstversuch
In einem Parcours durften die Besucher schließlich selbst in der Fendt-Schlepperkabine Platz nehmen, um sich von gleich zwei Precision Farming Lösungen zu überzeugen: Der Traktor der Com3-Serie war zum einen mit Autopilot ausgerüstet und fuhr, dank mobiler RTK-Station am Feldrand, mit einer Spur-zu-Spur-Genauigkeit von 2 bis 3 Zentimeter. Im agronomischen Terminal von Agri Con steckte zum anderen eine Applikationskarte, um teilflächenspezifisch Kalk zu applizieren: An den Stellen, an denen Mangel herrschte, wurde mehr gedüngt, an luxusversorgten Ecken indes mit Kalk gespart. Dies wurde im praktischen Einsatz mit dem Amazone Großflächenstreuer ZG-B demonstriert. Die Besucher konnten die Regelung des agronomischen Terminals per Datenübertragung auf einem Laptop verfolgen.

100 Euro/ha Ertragsausfall bei suboptimalem ph-Wert
Wie wichtig ein optimaler ph-Wert ist, verdeutlichte Martin Schneider von Agri Con in seinem Vortrag und stützte sich auf Erkenntnisse aus langjährigen Feldversuchen. Demnach führe ein suboptimaler ph-Wert bei sensiblen Sorten wie Gerste oder Raps zu bis zu 45 Prozent Ertragsverlust, bei weniger sensiblen Sorten liege der Prozentsatz immer noch bei bis zu 25 Prozent. Auswertungen von pH-Wert Verteilungskarten realer, gut geführter Betriebe ergaben, dass mit Erlösausfällen von 30 bis über 100 € pro Hektar zu rechnen ist.

Wie überlegen die variable Stickstoffdüngung der konstanten ist, zeigten die Fachberater der Agri Con anhand eines Feldversuches aus 2008 in Kleingöhren: Obwohl die sensorgestützte Düngung mit 146 kg N/ha weit unter dem betriebsüblichen Wert (220 kg N/ha) lag, wurde mit ihr ein Mehrertrag von knapp sechs Prozent erzielt.

Variable Wachstumsreglergabe bald auch im Raps?
Zehn Jahre, nachdem die ersten YARA N-Sensoren in der Praxis genutzt wurden, sind heute bundesweit 400 Systeme im Einsatz. Deutschland ist damit Spitzenreiter. Eine weitere Einsatzmöglichkeit in Zukunft könnte die Wachstumsreglerapplikation im Raps sein. Bisher gibt es „nur“ für Getreide ein entsprechendes Modul. Bei der variablen N-Düngung – möglich in Getreide, Raps, Kartoffeln und Mais – ist aufgrund der Bioproblematik eine zunehmende Nutzung im Mais denkbar.

Intelligente Spritztechnik vermeidet Lager
Die Intelligenz des YARA N-Sensors stellt hohe Anforderungen an die Dünge- und Spritztechnik. Punktgenaue Mengendosierungen realisieren moderne Düngerstreuer durch exaktes Wiegen und eine an die Fahrgeschwindigkeit angepasste Mengenregulierung. „Distance Control“ entlastet den Fahrer, indem es das Gestänge beim Spritzen via Sensorik führt; GPS-Switch dient der automatischen Teilbreitenschaltung und trägt, durch Reduzieren der Überlappungen, zum Vermeiden von Lager bei. Das moderne Druckumlaufsystem „DUS“ von Amazone sorgt dafür, dass bei Arbeitsbeginn am Feldanfang an jeder Düse sofort Brühe ansteht.