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Praxisversuch in Russland zur teilflächenspezifischen N-Düngung

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„Lohnt sich die teilflächenspezifische N-Düngung auf einem russischen Praxisbetrieb?“ Zu diesem Thema hat Sergii Aksonov, Student an der Hochschule Triesdorf, im Frühjahr/Sommer 2014 während eines Praktikums bei den Amazonen-Werken einen Praxisversuch auf einem Amazone-Partnerbetrieb in Westrussland durchgeführt. Im Fokus der Untersuchungen, bei denen ein Yara N-Sensor und ein Anhängedüngerstreuer Amazone ZG-B 8200 Ultra Hydro Profis zum Einsatz kamen, stand neben den Ertragsauswirkungen eine Wirtschaftlichkeitsanalyse über den Einsatz des N-Sensors unter den speziellen russischen Bedingungen.

Der Versuch erstreckte sich über fünf verschiedene Düngevarianten mit je drei Wiederholungen, die im Zuge der zweiten Stickstoff-Gabe in einem Weizenbestand der Sorte Moskowskaja-56 angelegt wurden. Auf jeweils 100 m langen und 30 m breiten, nebeneinander liegenden Versuchsparzellen standen eine Null-Variante, die betriebsübliche Düngung ohne Sensorunterstützung sowie drei verschiedene teilflächenspezifische Düngungsvarianten, bei denen der N-Sensor zum Einsatz kam, im Vergleich. Während der Ernte wurden dann die Parzellenerträge ermittelt. Separate Qualitätsuntersuchungen des Erntegutes erfolgten anhand der Parameter Feuchtigkeit, Fallzahl, Litergewicht sowie Klebermenge und -qualität.

Unter den Bedingungen des Standorts und des Betriebes zeigten die Versuchsergebnisse klare Vorteile für eine teilflächenspezifische N-Sensor-Variante, bei der die minimalen und maximalen Düngerausbringmengen auf ±20% der geplanten N-Menge beschränkt waren. Hier kam es im Vergleich zur betriebsüblichen Düngung zu einem Ertragsvorteil in Höhe von 0,89 dt/ha. Bei einem Weizenpreis in Höhe von 17 €/dt errechnet sich daraus ein monetärer Grenzerlös in Höhe von 15,13 €/ha. Dieser Grenzerlös war fünfmal so hoch wie die Nutzungskosten des N-Sensors, die in diesem Praxisversuch bei knapp 3 €/ha lagen.

Die Beurteilung der Gesamtwirtschaftlichkeit des Sensoreinsatzes unter den speziellen Bedingungen des Amazone-Partnerbetriebs erfolgte auf Grundlage einer Gesamtdeckungsbeitrags-, Vollkosten- und mehrperiodischen Investitionsrechnung sowie auf der Basis einer Break-Even- und Was-wäre-wenn-Analyse. Aus diesen Analysen leitet Sergii Aksonov ab, dass sich die erfolgreiche teilflächenspezifische ±20%-Düngestrategie bei Einsatzflächen bis 1.000 ha ab einem Weizenpreis von 20,43 €/dt lohnt. Bei einem Flächenumfang ab 2.000 ha hingegen lohnt sich die erfolgreiche Düngestrategie mit dem N-Sensor bereits ab 17 €/dt Weizen.

Eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz eines N-Sensors ist, dass der jeweils eingesetzte Düngerstreuer in der Lage ist, die Steuerungssignale des Sensors zu übernehmen. So bieten alle Amazone Düngerstreuer, die mit einem Amatron 3, CCI 100 oder anderen kompatiblen ISOBUS-Terminals bedient werden, über die serielle Schnittstelle (RS 232) eine optimierte Anbindung zu allen auf dem Markt verfügbaren Online-Sensoren. Die vom Sensor berechneten Düngermengen werden über den Bordrechner unmittelbar in die Steuerung der Maschine übernommen. Zu Dokumentationszwecken werden außerdem die tatsächlich ausgebrachten Düngermengen aufgezeichnet.