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Amazone-Weltrekord im Pflanzenschutz: 1.032 Hektar in 24 Stunden

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Können 1.000 ha Fläche in 24 Stunden pflanzenschutztechnisch bearbeitet werden? Diese Frage kann jetzt mit Ja beantwortet werden: Mit 1.032 Hektar behandelter Fläche in nur 24 Stunden hat jüngst die Pflanzenschutzspritze UX 11200 von Amazone einen neuen Weltrekord aufgestellt.

Umgerechnet auf die durchschnittliche Flächenleistung setzte die UX 11200 mit 43 ha pro Stunde eine weitere neue Höchstmarke für die Leistungsfähigkeit der heutigen modernen Pflanzenschutztechnik. Mit 12.000 l Tankvolumen und einem Tandemachsaggregat ist sie die derzeit größte Anhängespritze im Amazone-Programm. Ausgerüstet mit einem 40 m breiten Super-L-Gestänge und gezogen von einem 330 PS starken Fendt-Traktor konnte sie im Zuge des Weltrekords je nach Witterungs- und Feldbedingungen tagsüber mit 13 bis 15 km/h und nachts – dank Windstille sowie Taubildung auf den Pflanzen - mit 17 km/h gefahren werden. Die Befüllung der Spritze erfolgte jeweils direkt auf den Schlägen über einen 21 m³-Wasserwagen der Fa. Annaburger sowie ein 1000 l-Gebinde mit Pflanzenschutzmitteln auf der Ladefläche des Zugfahrzeugs, einem Unimog der Fa. Mercedes.

Der Start der auf exakt 24 Stunden angelegten Weltrekordfahrt erfolgte am 03.09.2014 um 12.12 Uhr auf dem Landwirtschaftbetrieb Golzow im branden-burgischen Golzow. Der Betrieb bewirtschaftet insgesamt 6.490 ha Fläche und repräsentiert damit europäische Praxisbedingungen, auf denen die UX 11200 ihre Leistungsstärken voll ausspielen kann.

Die konkrete Aufgabe lautete, im Nachgang der Rapsernte auf 15 verschiedenen Schlägen den wieder aufgelaufenen Raps mit Glyphosat und einer Wassermenge von 100 l/ha zu behandeln. Alle Maßnahmen erfolgten in permanenter Absprache mit dem Pflanzenbauleiter des Betriebes. Als Düsenmaterial standen TurboDrop High Speed Düsen von Agrotop in unterschiedlichen Größen (025, 03, 04) zur Verfügung. Gefahren werden konnte dann aber über die gesamte Zeit mit 03 er Düsen.

Infolge unterschiedlich lang gemähter Stoppeln sowie wieder aufgelaufenen Rapspflanzen in verschiedenen Wuchslängen erwiesen sich die Flächen als sehr inhomogen und damit besonders anspruchsvoll für die Gestängeführung der Spritze. Zusätzlich erschwert wurde die Arbeit durch Masten und Bewässerungsanschlüsse auf den Flächen. Sämtliche Hindernisse und Ausschlusszonen waren deshalb vor dem Rekord im Traktor-Terminal hinterlegt worden, um die ortsfremden Fahrer rechtzeitig auf diese Stellen hinzuweisen. Der Traktor war außerdem mit einem automatischen Lenksystem ausgerüstet, das über eine mobile Station mit RTK-Korrektursignalen versorgt wurde. Die Bedienung der Spritzentechnik erfolgte über das Amatron 3-Terminal von Amazone, die automatische Vorgewende- und Teilbreitenschaltung über die Section Control-Technik des Schlepper-Terminals.

Fast 30 % Nebenzeiten
Das im Zuge des Weltrekords erhobene Zahlenmaterial zeigt eindrucksvoll, wie stark sich Schlaggrößen und -zuschnitte auf die tatsächliche Flächenleistung auswirken: Bei Schläggrößen zwischen 40 und 124 ha sowie Spurlängen von ca. 0,5 bis 1,5 km bewegte sich dieser Wert zwischen 38 ha/h auf dem ungünstigsten und 45 ha/h auf dem besten Schlag. Das entspricht einem Unterschied von 18 % in der Flächenleistung.

Noch größer war die Bedeutung der unvermeidlichen Nebenzeiten. Hier errechnet sich im Vergleich zur theoretischen Flächenleistung von 60 ha/Stunde ein Nebenzeitenanteil von 28 %. Dabei entfielen dank des großen Behältervolumens der UX 11200 nur 8 % der Nebenzeiten auf das Befüllen der Spritze. So musste die Spritze trotz insgesamt 103.200 l auszubringender Brühe während ihrer Weltrekordfahrt nur zehnmal neu befüllt werden. Der Zeitaufwand lag je nach Restmenge im Behälter zwischen 10:55 min und 13:45 min pro Befüllung und belief sich auf insgesamt zwei Stunden.

Rund 1,5 Stunden und damit etwa 6 % der Nebenzeiten nahm das Umsetzen der Spritze zwischen den verschiedenen Schlägen in Anspruch. Dafür musste das Spritzengespann eine Gesamtstrecke von knapp 20 km zurücklegen. Die meisten Nebenzeiten entfielen schließlich auf das Umfahren von Masten und Bewässerungsanschlüssen sowie die Wendevorgänge auf dem 40 m breiten Vorgewende. Trotz der günstigen Flächenstruktur nahm das einen Zeitaufwand von insgesamt 3,5 Stunden und damit fast 15 % der Nebenzeiten in Anspruch.

Umfangreiche Dokumentation
Hauptverantwortliche für die Organisation und Durchführung des Weltrekords waren die Mitarbeiter der Amazone Verkaufsförderung. So war der 24 Stunden-Weltrekord in drei Schichten für drei verschiedene Spritzenfahrer auf einem Fendt 933 aufgeteilt. Schichtweise im Einsatz waren auch die für die Wasserzulieferung und Befüllung zuständigen Fahrer der Unimogs mit angehängten Annaburger-Fässern.

Während des Weltrekords erfolgte über eine eigens auf dem Betrieb Golzow aufgebaute Wetterstation die Aufzeichnung zahlreicher Daten wie Windgeschwindigkeit, Temperatur, Luftfeuchte usw. Direkt an den Flächen stand außerdem ein mobiles Messgerät zur Verfügung, um die Windgeschwindigkeit, Temperatur und Luftfeuchte am Feld zu messen und bei geänderter Wetterlage ggf. mit einer Veränderung der Aufwandmengen oder einer Spritzpause reagieren zu können. Doch die Bedingungen waren nahezu konstant. Die Windgeschwindigkeit lag tagsüber bei 2 bis 3m/sec und nachts bei 0m/sec.

Als neutraler Beobachter des Weltrekords war ein Redakteur der Fachzeitschrift traction über die gesamte Zeit vor Ort. Außerdem erfolgte eine wissenschaftliche Begleitung durch zwei Studenten der Hochschule Soest. Zusammen mit dem Pflanzenschutzverantwortlichen des Betriebes Golzow führten sie eine genaue Dokumentation aller Maßnahmen auf den verschiedenen Schlägen durch. So wurden sämtliche Bestände vor und nach der Behandlung bonitiert und außerdem die verschiedensten Parameter wie Brüheverbrauch, Spritverbrauch oder die Zeiten für die Befüllung und fürs Spritzen erfasst.

Zugleich kümmerte sich das Filmteam Gläser um die Dokumentation des Weltrekords in bewegten Bildern. Der Film steht unter www.amazone.tv zum Abruf bereit.