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150 Jahre Rudolph Sack

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Vor 150 Jahren, im Mai 1863, gründete Rudolph Sack in Plagwitz bei Leipzig die Rud. Sack Landmaschinen KG. Die Geschichte des Unternehmens, das sich seinerzeit sehr schnell zur größten Landmaschinenfabrik Deutschlands entwickelte, reicht bis in die aktuelle Zeit. So ist das heutige Nachfolgeunternehmen, die BBG Bodenbearbeitungsgeräte Leipzig GmbH & Co. KG, ein Tochterunternehmen der Amazone-Gruppe.

Zu Ehren des 150. Geburtstages fand Anfang Mai 2013 in der „GaraGe“ auf dem ehemaligen Werksgelände der Rud. Sack Landmaschinen KG eine Feierstunde statt. Als Zeitzeugen der jüngeren Geschichte würdigten Dr. Jürgen Lucius, Klaus Schieferdecker, Jorg Pollex und Klaus Dreyer vor rund 100 geladenen Gästen das Lebenswerk von Rudolph Sack. Den Abschluss bildete eine Ehrung des Landtechnik-Pioniers am frisch restaurierten Grabmal der Familie Sack auf dem Friedhof in Leipzig-Plagwitz.

Die Geschichte der Rud. Sack Landmaschinen KG im Überblick
Der 1824 geborene Rudolph Sack war von Haus aus eigentlich Landwirt, der sich jedoch durch eine große technische und insbesondere landtechnische Begabung auszeichnete und damit zu einem wichtigen Pionier für die deutsche Industrie und die Landwirtschaft wurde. So hat Rudolph Sack nicht nur den ersten leicht zu führenden Gespannpflug entwickelt, sondern war zugleich einer der ersten Deutschen, dem es gelang, mit einer zur damaligen Zeit sehr professionellen Produktion von Pflügen und Drillmaschinen die Vorherrschaft der Engländer und Amerikaner in der Landtechnik zu durchbrechen. So entstand im Lauf von wenigen Jahren eine der größten Landmaschinenfabriken der Welt, die gleichzeitig als großes Vorbild für die Entwicklung anderer Industrien in Deutschland galt.

Das Werk in Leipzig, das in wirtschaftlich guten Zeiten über 3.000 Mitarbeiter beschäftigte, durchlebte eine bewegte Geschichte mit Höhen und Tiefen. 1904 z.B. hatte das Unternehmen schon eine Mio. Pflüge gebaut, 1911 wurde bereits die Zwei-Mio.-Marke erreicht. Demgegenüber war die Auftragslage in der Inflationszeit zwischen den beiden Weltkriegen zwischenzeitlich so schlecht, dass die Produktion kurzzeitig sogar eingestellt werden musste. Trotzdem wurden bei Rud. Sack auch in schwierigeren Zeit neue Geräte wie z.B. eine Nockenraddrillmaschine, ein Kartoffelvorratsroder, ein Krautschläger und eine Pflanzenschutzspritze entwickelt.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Familie Sack enteignet und aus dem Werk Rud. Sack wurde der VEB BBG (Boden-Bearbeitungs-Geräte) und später sogar der Leitbetrieb für die gesamte Landtechnik („Fortschritt“) in der DDR. Auch in dieser Zeit beschäftigte die Fabrik wieder rund 3.000 Mitarbeiter.

Nach der politischen Wende 1989 erfolgte bei der BBG ein wirtschaftlicher Zusammenbruch, weil die bis dahin überwiegenden Exportmärkte im östlichen Ausland wegbrachen, und auch die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland die damals noch fortschrittlichere Landtechnik aus dem Westen bevorzugten. Das Unternehmen selbst war 1993 inzwischen reprivatisiert und die Belegschaft auf weniger als 100 Mitarbeiter reduziert worden. 1998 übernahmen schließlich die Amazonen-Werke die Reste des Betriebes, der inzwischen in einen Komplex eines ehemaligen Baumaschinenkombinats in Großzschocher umgezogen war.

Als Tochterunternehmen der Amazone-Gruppe konnte sich die BBG Bodenbearbeitungsgeräte Leipzig wieder sehr positiv entwickeln. Im Laufe der vergangenen 15 Jahre wurden hier insgesamt über 30 Mio. € investiert, zusätzliche Hallen gebaut, das Gelände auf über 20 ha erweitert und die Belegschaft auf über 300 Beschäftigte erhöht. Auch in der Zukunft will Amazone den Standort Leipzig weiter verstärken. Rudolph Sack würde seine Freude daran haben.