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Ackerhygiene – Möglichkeit der Fruchtfolge und Bodenbearbeitung

Jan Juister/ Tjard Ommen, Juister & Ommen Pflanzenbauberatung 

Laden Sie sich hier die Präsentation zum Vortrag als pdf-Datei.

Was sind grundlegende Einflussfaktoren auf die Ackerhygiene?
Zu den grundlegenden Determinanten der Ackerhygiene zählen die Gestaltung der Fruchtfolge, der Grad an Ernterückständen auf der Bodenoberfläche, organische Düngung, Wind- und Wassererosion und Bodenbearbeitung sowie Feldrandbewuchs. Umgekehrt nimmt Ackerhygiene unmittelbaren Einfluss auf den Insekten-, Pilz-, Viren-, Nematoden- und Bakterienbefall und Unkrautbesatz. Speziell im Getreideanbau ist bei nicht ausreichender Ackerhygiene mit Fusariosen, Halmfruchtkrankheiten, Rhizoctonia cerealis (scharfer Augenfleck), Septoria nodorum, Septoria tritici u.a. zu rechnen. Im Rapsanbau sind dies Kohlhernie, Phoma, Sclerotinia auch bekannt unter Weißstängeligkeit und Alternaria bzw. Rapsschwärze. Im Maisanbau wiederum sind es vorwiegend Fusariumarten, Wurzelstängelfäule, Kolbenfäule, Helminthosporium, Blattfleckenkrankheiten, Maiszünsler oder Maiswurzelbohrer.

Welche Möglichkeiten bestehen zur Beeinflussung der Feldhygiene und folglich zur Vermeidung oben genannter Krankheiten?
Zum ersten maßgeblichen Einflussfaktor zählt die Fruchtfolge. Es gilt darauf zu achten, Fruchtfolgekrankheiten zu vermeiden. Krankheiten von Vorfrüchten auf die Folgefrucht sind gerade dann wahrscheinlich, wenn beide, also Vor- und Folgefrucht, von der Krankheit infiziert werden können - bspw. Fusariosen bei Winterweizen als Folgefrucht zu Sommerweizen. Um Krankheiten zu vermeiden sind z.B. Hafer, Raps oder Zuckerrüben als Vorfrucht zu Winterweizen zu empfehlen.

Der zweite Einflussfaktor ist die Bodenbearbeitung bzw. Stoppelbearbeitung. Sie hat zum Ziel, Ernterückstände gleichmäßig mit dem Boden zu vermischen, so dass optimale Rottebedingungen geschaffen werden. Dies unterbricht weitestgehend die sog. „grüne Brücke“ und trägt zur Mineralisierung der Rückstände bei. Darüber hinaus ist die Geschwindigkeit, mit der die Ernterückstände verrotten, von einer Vielzahl weiterer Faktoren abhängig. Dazu zählt die Strohverteilung. Die Frage nach "Wie gleichmäßig wird das Stroh von Mähdrescher oder Häcksler während des Ernteprozesses verteilt?" Ferner der Zerkleinerungsgrad. Beide determinieren den Grad an Homogenität, mit der die Rückstände eingearbeitet werden, und inwiefern sie mit Boden in Kontakt kommen, damit sowohl physikalische als auch chemische Prozesse zum Abbau der Substanz führen.

Es ist also nicht nur bei der Bodenbearbeitung auf die richtigen Verfahren acht zu geben, sondern schon während des Ernteprozesses müssen optimale Bedingungen für nachfolgende Bearbeitungsschritte geschaffen werden. Die fortschreitende Zersetzung der Rückstände wird dazu unter feuchten Bedingungen, hohem Gasaustausch, Temperaturschwankungen u. a. begünstigt. Weitere Ziele der Stoppelbearbeitung sind die Saatbettbreitung für Zwischenfrüchte, Begünstigung des Auflaufverhaltens von eingesamten Unkräutern, schnelleres Abtrocknen des Bodens, Queckenbekämpfung und die Einarbeitung organischer Dünger.

Schlussfolgernd können nachstehende Punkte als entscheidend für eine gute Ackerhygiene angesehen werden:
1. Bei großer Variation in der Fruchtfolge sind Direkt- oder Mulchsaat sehr gut möglich.
2. Je weniger innerhalb der Fruchtfolge variiert wird, desto wichtiger ist eine sorgfältige Bodenbearbeitung.
3. In einseitigen Fruchtfolgen wie Monokulturen ist eine gute Stroh- und Spreuverteilung erfolgsentscheidend.
4. Durch enge Zeitfenster zwischen Ernte und Aussaat ist intensive Bodenbearbeitung meist nicht realisierbar