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Weiterentwicklungen im Anbausystem Mais

Laden Sie sich hier die Präsentation zum Vortrag als pdf-Datei.

Der Maiszünsler dringt immer weiter ins nördliche Terrain vor. Die Bekämpfungsmaßnahmen sind chemischer, biologischer oder mechanischer Art. Als Reihen- und Monokultur muss sich der Mais auch zunehmend den Erosionsschutzrichtlinien stellen. Eine weitere Problematik stellt die chemische Maiszünslerbekämpfung dar. Diese stößt auf zunehmende Kritik in der Bevölkerung.

Das folgende Thema soll auf Erntereste (Stroh, Wurzeln, Stoppeln) eingegrenzt werden. Kommen wir zu den Maisernteresten. Beim Mais fallen ca. 50-70 dt TM/ha Stroh an und 20-25 dt TM/ha Stoppeln und Wurzeln. Wenn Maisernterückstände nicht genügend zerkleinert und eingearbeitet werden, kann es schnell zur Infektion von Folgekulturen mit Fusarien kommen. Die Pilze überwintern und vermehren sich auf der sog. „Grünen Brücke“, den Ernterückständen vom Mais. Die Pilze sporulieren während der Getreideblüte im Frühjahr. Die Verbreitung der sog. Sporen erfolgt durch Wind und Regen. Es erfolgt eine Infektion der Ähre. Der Mais selbst kann auch von Fusarien befallen werden. Meist sind dann Kolben und Stängel betroffen. Die Fusarien sondern als eigenes Stoffwechselprodukt ein Pilzgift, sog. Mykotoxin ab, was sich später in den Früchten der angebauten Art wiederfindet. Zu den Mykotoxinwerten beispielsweise im Getreide existieren EU-Richtlinien, welche Höchstwerte vorschreiben, die auf keinen Fall überschritten werden dürfen. Für Futtergetreide existieren ähnliche Begrenzungen. Bei Getreide, hergestellt für Lebensmittel darf ein DON-Gehalt von 1250 Mikrogramm/kg nicht überschritten werden. DON ist eine bestimmte Form der Fusariengifte.

Neben dem Befall mit Fusariengiften existieren weitere Bedrohungen, die die Maisbestände ernsthaft gefährden können. Einer von ihnen ist der Maiszünsler. Der Zünsler nutzt die Stängelreste um zu überwintern und sich zu reproduzieren. Welche Bekämpfungsstrategien müssen getroffen werden, damit die Bestände aktuell und in folgenden Jahren möglichst krankheits- und schädlingsfrei gehalten werden können?

Als erste Strategie ist die Zerkleinerung der Ernterückstände zu nennen. Als zweite die anschließende Bodenbearbeitung. Bei der Zerkleinerung wird zwischen den Ausprägungen stark, mittel und gar nicht zerkleinert unterschieden. Bezüglich der Bodenbearbeitung wird zwischen ohne Einarbeitung, eingearbeitet zu 40 % und eingearbeitet zu 80 % unterschieden.
Beide Verfahren wurden in Hinblick auf den DON-Gehalt überprüft und liefern hilfreiche Rückschlüsse, wenn es darum geht, mit Maisernterückständen richtig zu verfahren. Bei starker und mittlerer Zerkleinerung kombiniert mit 80%iger Einarbeitung werden 1,25 mg DON/kg Korn deutlich unterschritten. Eine starke Zerkleinerung bei 40%iger Einarbeitung erfüllt ebenso die DON-Richtlinie. Bei mittlerer Zerkleinerung und 40%iger Einarbeitung hingegen wird eine DON-Überschreitung erreicht und ist somit nicht zulässig. Wenn überhaupt nicht eingearbeitet wird, kann nur durch die starke Zerkleinerung eine Unterschreitung der Mykotoxinhöchstmengenverordnung erzielt werden. Das Zerkleinern erfolgt am besten mit einem entsprechenden Schlegler. Hier ist auf hohen Leistungsbedarf seitens des Schleppers zu achten. Die Bodenbearbeitung erfolgt vorzugsweise mit einem Grubber. Eine vorangehende Bearbeitung mit einer Kurzscheibenegge ist denkbar. Ein Problem, was bei der Bearbeitung auftreten kann, ist, dass platt gefahrene Stängel nicht erfasst werden. Schon bei der Maisernte muss darauf geachtet werden, dass durch Transportfahrten die Maisstoppeln nicht übermäßig gewalzt werden.

Zusammenfassend sind folgende Schlussfolgerung zu ziehen:
Die Erntereste-Zerkleinerung und die anschließende Bodenbearbeitung stellen zentrale Maßnahmen gegen Schädlinge und Krankheiten im Maisanbau dar. Die schnelle Verrottung, welche die Folge einer guten Zerkleinerung und Einarbeitung ist, vernichtet jegliche Art von Krankheitsbrücken. Der Bestand kann so auf natürliche Weise präventiv geschützt werden.