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Erweiterte Anbaustrategien im Energiepflanzenanbau

Laden Sie sich hier die Präsentation zum Vortrag als pdf-Datei.

Der Anbau nachwachsender Rohstoffe hat auch in Niedersachsen in den letzten Jahren stark zugenommen. In den Jahren 2001 bis 2005 fiel der größte Anteil der Anbauflächen auf Kulturen zur Herstellung von Biodiesel. Seit 2006 verschiebt sich dieser Trend hin zu Pflanzen, welche sich zur Erzeugung von Biogasenergie eignen. Im Jahr 2010 wurden bereits 200.000 ha Ackerbaufläche für diesen Zweck genutzt. Ein Großteil der angebauten Pflanzen entfällt dabei auf Silo- und Energiemais.

Weil der Mais eine so wichtige Rolle im Energiepflanzenanbau spielt und deshalb sehr viel der zur Verfügung stehenden Fläche in Anspruch nimmt, ist aus über Alternativen zum Mais nachzudenken. Im Folgenden sollen insbesondere Grünroggen und Getreide-GPS beleuchtet werden. Zweitfruchtanbau wird als weitere Alternative diskutiert. Anschließend erfolgt eine ökonomische Bewertung.

GPS-Getreide verfügt - anders als wahrscheinlich angenommen - über einen höheren Methangehalt als Maissilage. Warum der Mais trotzdem einen höheren Biogasertrag bietet, liegt an der höheren Gasausbeute. Mais liefert einen höheren Methanertrag lN/kg o TM. Warum aber gerade Roggen anbauen und nicht beispielweise Weizen, wenn es um die Erzeugung von GPS geht? Einfach deshalb, weil die Trockenmasseerträge von Roggen sehr viel höher sind als beispielsweise bei Weizen oder Triticale. Die Vorteile von Getreide-GPS liegen auf der Hand. GPS liefert relativ konstante Ertragsleistungen. Es wird eine Winterbegrünung der Flächen gewährleistet und Arbeitsspitzen werden entzerrt. Zu dem kann eine Gärsubstratausbringung zu verschiedenen Terminen erfolgen. Zusätzlich werden Erntemaschinen besser ausgelastet. GPS ermöglicht eine zeitgerechte Rapsbestellung mit vorangegangener Stoppelbearbeitung. Ein Zweitfruchtanbau auf entsprechenden Standorten ist denkbar.

Greifen wir den Punkt Zweitfruchtanbau nochmals auf. Nach Grünroggen/GPS empfiehlt sich ein Zweitfruchtanbau. Die entscheidende Frage, die an dieser Stelle gestellt werden muss, ist: Wieviel Vegetationszeit stelle ich welcher Kultur zur Verfügung, um optimale Gesamterträge für die Biogasnutzung zu erzielen. Dabei muss zuerst entschieden werden, welche Frucht als Haupt- und welche als Nebenfrucht dient. Die entsprechenden Erntezeitpunkte können Tabellenwerken entnommen werden. Warum sich eine Kombination aus Haupt- und Nebenfruchtanbau lohnt, zeigen die Trockenmasseerträge der jeweiligen Kulturen. Wird in einer Saison nur Mais angebaut, kann mit TM-Erträgen von 195 dt/ha gerechnet werden. Wird eine Kombination aus GPS und Mais oder Grünroggen und Hirse angebaut, kann mit TM-Erträgen von 240 dt/TM pro Saison gerechnet werden. Mais nach Grünroggen verspricht Erträge von bis zu 290 dt/ha TM. Die Kombination aus mehreren Früchten verspricht nicht nur höhere, sondern auch eine Auflockerung der Fruchtfolge, was weitere Vorteile mit sich bringt. Der Krankheitsdruck nimmt enorm ab. Dadurch, dass der Mais als Monokultur nicht länger angebaut werden muss, ist das Ausbilden von Resistenzen seitens Schädlingen unterbunden.

Ein letzter Punkt soll Zuckerrüben für die Biogasproduktion heißen. Zuckerrüben bieten verglichen mit herkömmlichen Energiepflanzen Vorteile. Der hohe Zuckergehalt hat eine schnelle Umsetzung zur Folge. Gas steht schnell zur Verfügung. Daraus folgt eine kurze Verweilzeit im Fermenter. Die Prozessstabilität und Rührfähigkeit der Substrate im Fermenter steigen. Ein niedriger Nmin-Rest nach der Ernte gehört zu den Ergebnissen. Aufgrund hoher, öffentlicher Akzeptanz und zusätzlich der Verteilung von Arbeitsspitzen, stellen Zuckerrüben für die Biogasproduktion eine ernst zunehmende Alternative dar.

Zusammengefasst kann man sagen, dass Mais trotz vieler Alternativen die dominierende Kultur zur Biogasproduktion bleibt. Ökonomisch betrachtet bietet Mais auf vielen Standorten Vorteile. Durch züchterische Fortschritte werden die Ertragsleistungen in Zukunft noch weiter steigen. Damit aber ein Abgleiten in den reinen Monokulturanbau und den daraus entstehenden Nachteilen nicht eintritt, sind auch Alternativfrüchte immer mehr in Betracht zu ziehen. Eine Vornutzung vor der Hauptfrucht oder ein Zweitfruchtanbau muss standortangepasst geplant werden. Wenn die Vorteile alternativer Früchte zum Mais aus ökonomischer und ökologischer Sicht genutzt werden, steht einer Vereinigung von hohen Biogaserträgen und nachhaltigen Maisanbau Nichts mehr entgegen.