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Enge Maisfruchtfolgen: Strategien zu Hygiene, Schädlingen, Unkrautbekämpfung

Laden Sie sich hier die Präsentation zum Vortrag als pdf-Datei.

Zunächst einige Fakten zu Biogasanlagen in Niedersachsen. Zum Stand Juni 2010 befanden sich 876 Anlagen im Betrieb. 90% davon werden mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben. Insgesamt stellen die Anlagen 638 MW zur Verfügung. Die Anbau-Entwicklung von Energiemais weist weiterhin einen steigenden Trend auf. 220000 ha Anbaufläche entfallen derzeit auf Energiemais.

Allgemeines zu Fruchtfolge, Ackerhygiene:
Wenn Mais als Vorfrucht zu Getreide eingesetzt wird, kann dies zu Vorteilen wie weniger Halmbruch und Unkrautdruck führen. Da der chemische Pflanzenschutz immer stärker durch steigende Kosten und einer Zunahme von Resistenzen, an seine Grenzen stößt, stellt die Fruchtfolge zunehmend einen einflussnehmenden Parameter bezüglich der Ackerhygiene dar. Auswirkungen enger Fruchtfolgen können sowohl ein hoher Unkrautdruck als auch Pilz- und oder Insektenbefall bedeuten. Die häufigsten Schädlingsformen hervorgerufen durch zu enge Fruchtfolgen sind u.a. Rhizoctonia, Fusarium, HTR, Wurzelbohrer, Unkräuter/Ungräser und der Maiszünsler.

Drahtwurm, Maiswurzelbohrer, Maiszünsler:
Um Drahtwurm zu bekämpfen kann 2011 nur noch in sehr eingeschränkter Form gebeizt werden. Bei Präparaten, wie Cruiser 350 FS, Poncho und Poncho Pro ruht die Zulassung. Mesurol hingegen kann derzeit gegen Vogelfraß, Fritfliege und Drahtwurm eingesetzt werden. Bei Einsatz von Santana sollte Mesurol zur Saatgutbeizung in jedem Falle zum Einsatz kommen. Bei Nichteinsatz von Santana müssen zusätzlich Maßnahmen, wie Erhöhung der Bodenbearbeitungsintensität, Erhöhung der Aussaatstärke um 10-20%, sowie eine optimale Nährstoffversorgung gegeben sein. Ein weiterer typischer Fruchtfolgeschädling ist der Maiswurzelbohrer. Er weist einen hohen Verbreitungsgrad in Osteuropa auf. Seine typische Verbreitung erfolgt über Autobahnen und insbesondere Autobahnraststätten. 2010 wurde dieser erstmals in NRW gesichtet.
Eine weitere Gefahr für die deutschen Maisbestände stellt der Maiszünsler dar. Die Bekämpfung kann integriert durch Schlegeln der Maisstoppel erfolgen. Eine Mykotoxinbelastung im nachfolgenden Getreide wird bei nicht verrotteten Pflanzenresten als sehr wahrscheinlich eingestuft. Das Fusarium nutzt die nicht verotteten Ernterückstände als „Grüne Brücke“, um dann in Form von Konidio- oder Askosporen die Pflanzen zu befallen.
Zum Schluss noch einige Worte zu Gründen für die Selektion von Unkräutern in Mais. Durch die Anbauhäufigkeit im Mais nimmt die Dichte der Sommerkeimer zu. Triazin-resistente Arten wie z.B. Nachtschatten treten auf. Wirkungslücken bei Storchschnabel oder Borstenhirse sind eine weitere Ursache für die Selektion von Unkräutern in Mais.

Fazit:
Der Pflanzenschutz gewinnt im Mais immer mehr an Bedeutung. Durch die immer noch sehr eng anzutreffenden Fruchtfolgen ist die Möglichkeit für Schädlinge, Resistenzen auszubilden, jedoch sehr gut gegeben. Damit eine Resistenz gegen Schädlinge, ein hoher Unkrautdruck und ein mit Fusarien befallener Mais ausgeschlossen werden, sind neben den korrekt angewandten Pflanzenschutzmaßnahmen eine fachgerechte Bodenbearbeitung, eine angepasste Sortenwahl und eine aufgelockerte Fruchtfolge notwendige Bestandteile einer modernen Landwirtschaft.