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Hohe Maisanteile in der Fruchtfolge, was ist zu tun?

Laden Sie sich hier die Präsentation zum Vortrag als pdf-Datei.

Die Gründe für den starken Maisanbau sind im Wesentlichen die hohen Trockenmasseerträge, die Anbau-Bandbreite bezüglich Boden- und Klimabedingungen, der sehr hohe Wirkungsgrad bezüglich organischer Düngemittel, der ausschließliche Einsatz von Herbizidmaßnahmen und seine Selbstverträglichkeit. Zu den Problemen zählen auf der anderen Seite die Gefahr von Erosion, einseitige Nährstoffentzüge, die schnelle Ausbreitung von Schädlingen bedingt durch Monokultur, das Eintreten von Humuszehrung, die geringe Beschattung des Bodens (4-5 Monate), die nassen Bedingungen im Falle einer späten Ernte und die Unkrautselektion. Um den potenziellen Problemen vorzubeugen und den Maisanbau auch längerfristig lukrativ zu halten, stellt Herr Juister vier Gegenmaßnahmen vor. Dies sind hohe Maiserträge, Humusverlust ausgleichen, angepasste Bodenbearbeitung und bedarfsgerechte Düngung. Sie werden im Einzelnen näher erläutert.

Hohe Maiserträge:
Unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet müssen zur Zeit und in Zukunft noch viel höhere Maiserträge erzielt werden, um weiterhin kostendeckend und darüber hinaus rentabel wirtschaften zu können. Diese These stützt sich auf die in Zukunft weiter steigenden Pflanzenschutzaufwendungen im Mais. Aufgrund des starken Trends zur Monokultur wächst der Schädlingsdruck unaufhaltsam. Die zu treffenden Pflanzenschutzaufwendungen werden in enger Korrelation ansteigen.

Humusverlust ausgleichen:
Um Humusverlust auszugleichen, sollte die Fruchtfolge geringfügig umgestellt werden. Eine Fruchtfolge von 100 % Maisanbau wird dabei in 2/3 Mais, 1/3 Getreide, mit Zwischenfrucht umgewandelt. Weiterhin wird ein Zweitfruchtanbau vorgeschlagen. Dabei wird Grünschnittroggen dem Mais und GPS Gras gegenübergestellt. Zusätzlich können Untersaaten angelegt werden. Hierbei ist besondere Aufmerksamkeit auf das Deutsche und Welsche Weidelgras zu legen. Durch seine sehr hohen mittleren Trockenmasseerträge trägt es unterirdisch in Form von Wurzeln entscheidend zur Humusneubildung bei. Durch das ausgeprägte Wurzelwachstum wird die Regenwurmaktivität gefördert. Der Boden wird besser mit Sauerstoff versorgt, und Regenwasser kann effizienter aufgenommen werden. Außerdem verbessert sich die Tragfähigkeit des Bodens. Beim Anlegen von Untersaaten muss jedoch unbedingt beachtet werden, dass der Bestand im nächsten Frühjahr so früh wie möglich abgetötet werden muss. Es ist darauf zu achten, dass keine Pflanzen durchwachsen. Das Aussamen der Gräser muss verhindert werden. Darüberhinaus liegen in Verbindung mit Untersaaten keinerlei langjährige Versuchsergebnisse vor. Weitere Erfahrungen müssen noch gesammelt werden. Der optimale Aussaattermin ist Ende Juni mit einer Aussaatstärke von 15 kg/ha anzusetzen. Eine weitere Maßnahme zur Humuserhaltung sind Gründüngungsverfahren. Gründüngungshafer, -Senf oder -Mischungen werden in diesem Zusammenhang in Betracht gezogen. Der Vorteil bei Gründüngungshafer ist, dass unterirdisch doppelt soviel Biomasse produziert wird wie oberirdisch. Bei Aussaat gleich im Anschluss an die Erntemaschine kann die Keimruhe ausgenutzt werden. Weil Hafer zu den Getreidesorten zählt, stellt er keine Krankheitsbrücke für Schädlinge dar.

Bodenbearbeitung:

Das Ziel der Bodenbearbeitung für Mais ist, ein lockeres, gut abgesetztes (rückverfestigtes) Saatbett zu schaffen. Mit der ersten Stoppelbearbeitung soll ein Zerkleinern und erstes Einmischen der zerkleinerten Stoppel erreicht werden. Die Stoppeln müssen einen bestimmten Zerkleinerungsgrad aufweisen, um nicht zur „Grünen Brücke“ für die Schädlinge, wie z.B. den Maiszünsler, zu werden. Die Maiszünslerlarven befinden sich während der Herbstmonate zu 4% im Wurzelstock und zu 20% in den unteren Stängelabschnitten bis zum ersten Knoten. Die Überwinterung erfolgt in intakten Stängeln. Im Frühjahr dürfen keine Stoppelreste mehr vorzufinden sein. Sie eignen sich als Verpuppungsverstecke.
Um zu erreichen, dass die Stoppel bis dahin verrottet sind, und die Folgefrucht eine positive Jugendentwicklung erfährt, muss eine fachgerechte Bodenbearbeitung erfolgen. Diese soll kurz erläutert werden. Auf humusarmen Standorten sollte 20 cm tief gemischt werden. Um eine schnelle Erwärmung des Bodens zu erreichen, muss die Oberfläche schwarz sein. Es darf nicht zu tief gelockert werden, weil sich toter Boden negativ auf die Jugendentwicklung auswirken kann. Der Boden muss außerdem die Möglichkeit haben, sich abzusetzen. Es darf also nicht zu spät bearbeitet werden. Verdichtungen dürfen nicht mit dem Pflug gebrochen werden. Bei Verdichtungen ab 25 cm ist der Tiefenlockerer einzusetzen. Gelockerter Boden darf 14 Tage lang nicht befahren werden. Wird die Bodenbearbeitung standortangepasst durchgeführt, lassen sich die Ziele guter fachlicher Bodenbearbeitung realisieren, nämlich Förderung der Durchlüftung und Erwärmung, Verbesserung der Tragfähigkeit, Erhaltung der Wasserführung und Verhinderung von Erosion.

Aussaattermin:
Der Aussaattermin kann erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit des Maisanbaus haben. Eine zu frühe Aussaat führt zu bis zu 20% weniger Feldaufgang. Bei zu später Aussaat können, bedingt durch verzögerte Abreife, 205 € finanzielle Einbußen entstehen.

Düngung:
Die Nährstoffentzüge bei Mais gelten als beträchtlich. Besonders betroffen sind Stickstoff und K2O. Durch eine Düngebilanzierung und der daraus resultierenden Düngeempfehlung kann dem entgegengewirkt werden. Bei der Düngung ist der pH-Wert nicht außer Acht zu lassen. Von ihm hängt die Nährstoffverfügbarkeit ab.

Fazit:
Hohe Maiserträge sind notwendig, um rentabel wirtschaften zu können. Dies wird dadurch erreicht, dass die Bodenfruchtbarkeit durch fachgerechte Bodenbearbeitung immer weiter verbessert wird. Weiterhin ist eine aufgelockerte Fruchtfolge zu fahren. Sie spart Kosten und sichert Erträge. Um auch längerfristig nachhaltig Mais anbauen zu können, werden außerdem Alternativen zum Mais benötigt.